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METHODIK / LIEFERANTENPERFORMANCE IM KONTEXT

Gute Prioritäten beginnen
mit klaren Unterschieden.

Performance beschreibt Leistung. Kritikalität beschreibt Abhängigkeit. Business Impact beschreibt die wirtschaftliche Bedeutung.

Diese Perspektiven hängen zusammen. Sie sind aber nicht austauschbar – und lassen sich nicht durch einen einzelnen Score ersetzen.

PerformanceLeistung → Score, Dimensionen, Trend
KritikalitätAbhängigkeit → Lieferantenkontext
Business ImpactWirtschaftlicher Bezug → Exposition

Leistung + Abhängigkeit + wirtschaftlicher Bezug → Priorität
→ Maßnahme + Verantwortung → Folgebewertung

01 / PERFORMANCE

Wie wird der Lieferant
tatsächlich erlebt?

Lieferzuverlässigkeit, Qualität, Zusammenarbeit und operative Folgen ergeben ein mehrdimensionales Leistungsbild.

Das aktuelle Bewertungsmodell umfasst 30 Kriterien in vier Berechnungsdimensionen: Einkauf, Forschung & Entwicklung, Werke / Disposition und Qualität. Bereichsscores machen Unterschiede sichtbar. Die Performance-Historie zeigt Entwicklungen. Ein Gesamtwert ist eine Zusammenfassung – er darf eine kritische Schwäche nicht unsichtbar machen.

Für belastbare Vergleiche müssen Zeitraum, Bewertungsdimensionen und Datenbasis zusammenpassen. Ein fehlender Wert ist kein neutraler oder guter Score.

Die vier Bewertungsdimensionen
02 / KRITIKALITÄT

Welche Abhängigkeit
macht aus einer Abweichung
ein Geschäftsrisiko?

Ein Lieferant kann heute gut leisten und trotzdem strukturell kritisch sein. Umgekehrt kann schwache Performance bei geringer Abhängigkeit einen kleineren Handlungsbedarf auslösen.

BeispielScore 72 / 100Single SourceProduktionskritisches MaterialLange ErsatzbeschaffungHohe Abhängigkeit trotz ordentlicher Leistung
Kraljic-Segmentierung
Ordnet Beschaffung nach wirtschaftlicher Bedeutung und Versorgungsrisiko ein. Die Zuordnung beeinflusst die Gewichtung der Bewertungskriterien; sie ist selbst kein Leistungsurteil.
Single Source
Eine einzelne Bezugsquelle schafft Abhängigkeit. Entscheidend ist auch, wie schnell eine geeignete Alternative verfügbar wäre.
Supply Relevance
Wie wichtig ist die Belieferung für den operativen Betrieb? Fehlendes Material kann unterschiedliche Prozesse unterschiedlich stark betreffen.
Revenue Relevance
Welche Umsatzbereiche hängen von der Versorgung ab? Umsatzbezug ergänzt die Beurteilung der Abhängigkeit als Kontextinformation. Er ist kein errechneter Umsatzverlust.
Einkaufsvolumen
Zeigt finanzielles Beschaffungsgewicht und Konzentration. Hoher Spend allein beweist weder ein hohes Risiko noch schlechte Performance.
Lieferfrequenz & Struktur
Lieferfrequenz gehört zu den aktiven Kontextfaktoren – ebenso Single Source, Versorgungsrelevanz und Sicherheitsrelevanz.
03 / BUSINESS IMPACT & RISK EXPOSURE

Exponiert bedeutet
nicht verloren.

Risk Exposure gibt einem Lieferantenrisiko einen wirtschaftlichen Bezug. Sie ist keine garantierte Verlustsumme und keine Vorhersage.

Tatsächlich gemessene Kosten

Belegbarer Aufwand, etwa für Sonderfracht, Nacharbeit, zusätzliche Wareneingangsprüfung oder administrativen Mehraufwand.

Grundlage: gemessene Kosten

Geschätzte Auswirkung

Eine mögliche wirtschaftliche Folge, die aus benannten Annahmen und einem abgegrenzten Szenario entsteht.

Grundlage: offengelegte Annahmen

Strukturelle Exposition

Wirtschaftlich relevanter Wert, der mit einer Abhängigkeit verbunden ist – etwa bei hoher Versorgungs- oder Umsatzrelevanz.

Grundlage: Abhängigkeit & Bezugswert

Modellierte Risk Exposure

Modellbasierte wirtschaftliche Einordnung des Risikos; weder gebuchter Schaden noch Prognose.

Grundlage: Bewertungsmodell

Realisierte Einsparung

Nachweisbare Kostenreduktion gegenüber einer belastbaren Vergleichsbasis. Eine sinkende Exposition allein reicht als Nachweis nicht aus.

Grundlage: belegte Veränderung
Nicht ungeprüft addieren.

Kosten, Schätzungen und exponierte Werte können verschiedene Zeiträume oder überlappende Folgen beschreiben. Datenbasis, Zeitraum, Annahmen und mögliche Doppelzählungen müssen nachvollziehbar bleiben.

04 / PRIORITÄT, MASSNAHME, FOLGEBEWERTUNG

Wirtschaftliche Bedeutung
in Verantwortung übersetzen.

Die gemeinsame Betrachtung begründet, wo Handeln Vorrang hat. Eine Maßnahme braucht ein konkretes Problem, eine verantwortliche Person oder Rolle, einen Termin und eine erwartete Wirkung.

Der Performance-Verlauf zeigt Veränderungen; eine Folgebewertung kann gestartet werden. Ob die Maßnahme dafür ursächlich war, muss anhand von Umsetzung, Datenlage und weiteren Einflussfaktoren geprüft werden.

Wertschöpfung verbessern heißt hier: Verbesserungsarbeit auf relevante Geschäftsfolgen ausrichten. Es ist kein pauschales Einsparversprechen.

Den Maßnahmenprozess vertiefen

IHRE DATEN. IHR GESCHÄFTSKONTEXT.

Welche wirtschaftliche
Frage möchten Sie klären?

Anwendungsfall besprechen